Voltigrafie

Mark Phillip Götting Saumur 2005Voltigieren ist nun seit dem Jahr 2000 mein größtes Hobby, welches mein Leben zu einem großen Teil bestimmt. Nicht, dass das schlecht wäre.

Begonnen  hat alles damit, dass meine kleine Schwester mit dem Reiten anfangen wollte. Als ich dann einmal mit in den Reitstall gefahren bin, um sie abzuholen, bin ich irgendwie auf den Geschmack gekommen. Das war 1998.

Im Jahr 2000 sind meine ersten Trainer, Jan Bayer und Sven Henze zu uns in den Stall gekommen, um zu trainieren. Dabei haben sie noch zwei nette Mädels, die auch voltigiert haben, mitgebracht. Elisabeth Andresen (Easy) und Charlotte Andresen (Charly).

Zu diesem Zeitpunkt habe ich neben dem Reiten zum Spass  auch in einer kleinen Krabbelgruppe "voltigiert". Dies war damals nur  noch nicht das Voltigieren, wie ich es heute kenne. Eines Tages kam dann Sven zu mir, als ich 11 Jahre alt war, und fragte mich, ob ich ein Rad turnen könnte. Natürlich konnte ich das. Danach sollte ich am Samstag in den Stall kommen, weil er eine neue Voltigiergruppe aufmachen wolle. An diesem Samstag trainierte ich mit 7 anderen Reitermädels, die ebenfalls noch nicht voltigiert hatten, das erste Mal zusammen.

Nun ging das ganze seinen Weg und nach zwei Turnieren in D, drei Turnieren in C und weiteren 2 Starts in B waren wir eine auf einmal eine A-Gruppe.

2003 habe ich nebenbei auch noch mit dem Einzelvoltigieren angefangen. Nachdem ich mein Silbernes Abzeichen gemacht hatte, und zwei Turniere in B gestartet bin, war ich auch im Einzel in der Leistungsklasse A.

Mark Phillip Götting Team Oldenburg 1 2005Meine Konzentration lag allerdings auf der Gruppe. Das Gruppenvoltigieren hat  mir einfach mehr Spass gemacht. Und so kamen wir mit dem Team im Jahr 2004 mit Jan und Sven, das Team hatte zu diesem Zeitpunkt seine Besetzung zu 50% gewechselt, zur Deutschen Meisterschaft, wo wir überraschend den zweiten Platz belegten. Michael Gnad, der die Einzelvoltigerer bei ihrer Choreographie unterstützte, half nun auch der Gruppe beim Training.

Wie gesagt, das Gruppenvoltigieren war voll mein Ding. Und dann, zwei Jahre später, bekam ich einen Anruf von der Bundestrainerin Ulla Ramge, ob ich eventuell Interesse daran hätte, die deutsche Mannschaft in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Aachen zu verstärken. Mein eigenes Team hatte in diesem Jahr einen Pferdewechsel von Centuro, den wir ab 2002 zum Voltigieren bekamen, auf Leonardo gemacht, mit dem wir auf der Deutschen 2006 Dritter geworden sind.

Das war für mich natürlich überhaupt keine Frage, sondern eher eine große, große Ehre! Da ich die letzten beiden Championate als Ersatz für das deutsche Team  mitfahren durfte, war es mir jetzt nur recht, selber einmal starten zu dürfen und dann noch mit einem Team. Auf jeden Fall bin ich dann direkt von der Deutschen Meisterschaft aus mit Michi (Michael Gnad) und Nicola (Ströh) nach Neuss zum Trainieren gefahren. Und wie sich rausstellte, hab ich die richtige Entscheidung getroffen. Wir wurden Weltmeister im eigenen Land 2006!

 

Ich habe eine superschöne Zeit in Neuss verbracht. Ich hatte ein hervorragendes Training und es war echt eine gute Erfahrung für mich. Vielen Dank dafür!

 

 

Neuss ist Weltmeister 2006 in Aachen

 

Nun kam es im Winter 2006/2007 dazu, dass Leo sich verletzte und meine Mannschaft und ich somit auf die nächste Saison verzichten mussten. Ein Einzelpferd hatte ich zu diesem Zeitpunkt leider auch nicht. Daher ergab es sich, dass ich über die ganze Zeit hinweg auf vielen verschiedenen Pferden trainiert habe und gestartet bin. Dies hat mich persönlich natürlich im Voltigieren sehr viel weiter gebracht. Außerdem habe ich so die Gelegenheit gekommen, viele verschiedene Leute kennezulernen und mit diesen zusammemzuarbeiten. Diese Gelegenheit war ebenfalls sehr interessant  und hat mir viel Spass gemacht !

Ende 2006 haben uns leider  Jan und Sven verlassen. Ab diesem Zeitpunkt hat Michael Gnad das Team übernommen.

 

Dann kam die Zeit vor der DM 2007. Auf der Bundessichtung in diesem Jahr hatte ich  mit dem Neusser Team, mit dem ich mich nach wie vor sehr gut verstand, etwas rumgescherzt, dass wir  einen kleinen Revival auf der Deutschen veranstalten könnten. Was mir nur Recht war, da meine Zukunft im Voltigieren in diesem Moment nicht sehr rosig aussah.

So kam es also, dass ich in diesem Jahr ebenfalls wieder in Neuss mitstarten durfte. Einen sehr netten Nebeneffekt hatte das ganze auch. Antje aus dem Neusser Team sollte bei dieser  Deutschen  mit Airbus und Irina Lenkeit aus Hannover an den Start gehen. Dies war dann glücklicherweise auch  für mich, die Gelegenheit  noch Einzel zu starten. So kam ich zu Airbus, mit dem sowohl Antje als auch ich auf der Deutsche großes Glück hatten und beide gewannen. Mit Irina Lenkeit an der Longe hatten wir eine Menge Spass und natürlich mächtig Erfolg. Als dann auch noch das Team trotz kleiner Schwierigkeiten den Titel gewann, war die Saison perfekt. Antje wurde Deutsche Meisterin im Damen Einzel, das Neusser Team gewann die Goldmedaille und ich letzten Endes gewann die Deutsche Meisterschaft im Herren Einzel.Es folgte nun noch die Norddeutsche Meisterschaft, die für mich ebenfalls sehr erfolgreich verlief.

 

Mark Phillip Götting ist Deutscher Meister 2007

 

 

 

Auf jeden Fall habe ich während meiner Voltigierlaufbahn gemerkt, dass es mir wichtiger ist die Leute zu begeistern, als gute Wertnoten zu bekommen. Natürlich ist es super, hohe Noten zu kriegen, aber wenn nach deinem Start jemand zu Dir kommt und sagt, dass er es umwerfend fand, oder besonders, wenn er eine Gänsehaut bekommen hat, als er mich hat turnen sehen. Das ist ein Gefühl, dass mir perönlich mehr bedeutet. Diese Meinung muss nicht jeder mit mir teilen. Aber so ists halt bei mir :)

 

Ich möchte an dieser Stelle nochmal allen Leuten danken, die mich in irgendeiner Weise unterstützt haben, mir geholfen haben, mich aufgebaut oder einfach zum richtigen Zeitpunkt auf dumme Gedanken gebracht haben.

Vielen Dank

 

Da ich mir in der Saison 2009 leider das Kreuzband gerissen habe, gibt es von dieser Saison leider nicht viel positives bezüglich des Sports zu berichten. Doch eine Sache wäre da doch. Nach reiflichen Überlegungen habe ich mich zum Herbst 2009 dazu entschlossen ins Neusser Team zu wechseln und bin kurzer Hand nach Neuss gezogen.

 

Der normale Plan wäre eigentlich gewesen zur Bundeswehr in die Sportförderkompanie für die Saison 2010 zu gehen. Aber aufgrund der Knieverletzung wurde ich dort leider ausgemustert, nachdem alle Einschreibungsfristen an den Unis abgelaufen waren. Darum nutzte ich dieses Jahr um mich vollständig auf den Sport und auf die Rehabilitation meines Knies zu konzentrieren.

Mehr zum Thema mein Knie gibt es unter dem Reiter Knieverletzung.

 

Seitdem bin ich stehts bemüht mich fit zu halten und dem Sport treu zu bleiben. Jedoch voltigiere ich selber leider nicht aktiv, biete aber regelmäßig Lehrgänge und Seminare an, halte Vorträge und bin bei vielen Wettkämpfen in der Organisation tätig oder sonst immer irgendwie dabei.